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09 | 09 | 2010
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Klimawandel und die Metropole Hamburg PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Sebastian Döll, Julia Kowalewski und Sven Schulze   

Steigendes Hochwasser an der Elbe, Schädlingsplagen und Ernteausfälle im Alten Land, vollgelaufene Keller durch Starkregenfälle sowie Schäden durch häufigere und stärkere Stürme sind Ereignisse, die in naher Zukunft in Norddeutschland auftreten könnten. Das Projekt KLIMZUG-Nord soll Lösungsansätze finden, mit denen künftig den Folgen des Klimawandels in der Metropolregion Hamburg begegnet werden kann.

KLIMZUG steht für "KLIMAWANDEL ZUKUNFTSFÄHIG GESTALTEN". Im Rahmen des Verbundprojektes KLIMZUG-Nord sollen strategische Anpassungsansätze zum Klimawandel in der Metropolregion Hamburg erarbeitet werden. Das fünf Jahre laufende Projekt wird maßgeblich durch den Bund gefördert und ist einer der Gewinner der Ausschreibung „Klimawandel in Regionen zukunftsfähig gestalten. Regionen gewinnen im Wettbewerb - die Welt gewinnt mit!“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).

Die Projektpartner von KLIMZUG-Nord erforschen Auswirkungen des Klimawandels auf Städte, ländliche Räume und das Ästuar der Elbe in der Metropolregion Hamburg. Ziel ist es, ein abgestimmtes Handlungskonzept für die Metropolregion zu entwickeln und einen bis 2050 reichenden Masterplan zu erstellen. An dem Verbundprojekt sind neben dem HWWI sechs Hochschulen, fünf Forschungseinrichtungen, elf Behörden und behördennahe Einrichtungen sowie zehn Unternehmen direkt beteiligt. Hinzu kommen zahlreiche assoziierte Partner. Unterstützt wird das Projekt von allen acht niedersächsischen Landkreisen und sechs schleswig-holsteinischen Kreisen der Metropolregion.

Das Leitprojekt der Metropolregion Hamburg soll den Dialog zwischen den verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen, Behörden und Interessenverbänden fördern, Arbeitsplätze schaffen und den Austausch mit der Bevölkerung suchen. KLIMZUGNord spricht rund vier Millionen Einwohner der Metropolregion an, um sie für den Umgang mit den Klimafolgen zu sensibilisieren. Ziel des HWWI als Partner innerhalb des Verbundprojektes ist es, seine Expertise auf den Gebieten der Regionalforschung und der Untersuchung kurz- und langfristiger ökonomischer Entwicklungen einzubringen. Bereits spezifizierte Prognosemodelle sollen im Rahmen des Projektes um klimarelevante Aspekte ergänzt werden. Dabei ist der Forschungsbeitrag des HWWI drei Arbeitspaketen zuzuordnen.

Im Arbeitspaket "Regionalmodelle" steht die Entwicklung eines Analyserahmens im Vordergrund, welcher der Prognose und Simulation von sozioökonomischen Variablen und wirtschaftsstruktureller Veränderungen dient. Zu berücksichtigen sind dabei verschiedene Klimaszenarien mit ihren Konsequenzen für die regionale Entwicklung. Die Resultate liefern Input für die Analysen anderer Partner im Forschungsverbund und sollen außerdem der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Am Forschungsbedarf zur Bewertung der regionalen Wirkungen des Klimawandels knüpft das Arbeitspaket "Kosten-Nutzen-Analysen" an. Hier geht es um die ökonomische Bewertung von klimawandelbedingten Schäden und umgekehrt dem Nutzen ihrer Vermeidung. Ein besonderes Augenmerk liegt aufgrund des langen Zeithorizontes auf dem Abwägen zwischen gegenwärtigen und künftigen Kosten und Schäden. Ferner sind methodische Fragen, beispielsweise hinsichtlich der einzelnen Bewertungsverfahren, zu beantworten. Um diesen beiden Problembereichen Rechnung zu tragen, sollen mit Hilfe von Szenarien Ergebnisunter- und -obergrenzen ermittelt werden.

Schließlich befasst sich das dritte Arbeitspaket mit der "Immobilien- und Flächennutzung".  Aus der zukünftigen sozioökonomischen und wirtschaftsstrukturellen Entwicklung der Metropolregion resultieren spezifische Flächenbedarfe für Wohn- und Gewerbeimmobilien sowie die Landnutzung. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass der zur Verfügung stehende Raum erstens natürlich begrenzt ist und zweitens künftig infolge des Klimawandels potentiell in seiner Nutzung eingeschränkt sein wird. Unter Verwendung der Ergebnisse aus dem ersten Arbeitspaket soll dies im Rahmen von KLIMZUG-Nord näher analysiert werden.
(TN/HWWI-Unternehmensinformationen, 25.05.2009)

 
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