Start Unternehmen & Player AKW-Laufzeiten: Stadtwerke wollen beteiligt werden
05 | 09 | 2010
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Schlagzeilen

Die geplanten Ausschüttung von Millionen-Boni an Bankmanager für das Krisenjahr 2008 stoßen auf harsche Kritik in der Bundesregierung. "Es ist unverständlich, dass Banken, denen der Staat unter die Arme greift, in vielen Fällen gleichzeitig riesige Bonussummen auszahlen", sagt Bundeskanzlerin Angela Merkel dem Spiegel . Das werde auch Thema in London Anfang April beim G-20-Treffen sein. "Insgesamt muss das Bonussystem international klarer an den wirklich nachhaltigen Erfolg der Banken gekoppelt werden."

AKW-Laufzeiten: Stadtwerke wollen beteiligt werden PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: TN   



Der Präsident des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU), Stephan Weil, fordert, an den Gesprächen über eine Verlängerung der Laufzeiten deutscher Atomkraftwerke beteiligt zu werden.

„Die Regierung wäre gut beraten, im Vorfeld mit allen Beteiligten zu reden, und nicht nur mit den Betreibern von Kernkraftwerken“, sagt Weil im Interview mit Zeit Online. „Die Stadtwerke sind der energiewirtschaftliche Mittelstand, auch sie müssen gehört werden.“ Der VKU vertritt unter anderem die Interessen der Stadtwerke in Deutschland. Weil spricht sich gegen längere Laufzeiten aus, weil dadurch „die notwendige Energiewende in Deutschland verzögert wird“.

Sollten die Kernkraftwerke länger laufen, müssten geplante Investitionen in Höhe von 12,5 Milliarden Euro in erneuerbare Energien neu überdacht werden, sagt er. Weil ist Oberbürgermeister von Hannover und seit Juli 2007 Präsident des VKU. Kritik übt der VKU-Präsident auch an der von Schwarz-Gelb geplanten Brennelementesteuer. „Der Bundesfinanzminister nutzt die Erlöse aus der Steuer, um seinen Haushalt zu konsolidieren“, sagte Weil. „Von einer Förderung der erneuerbaren Energien und der dringend notwendigen Technologien zur Speicherung beispielsweise des Windkraftstroms ist nicht mehr die Rede.“

Weil fordert von der Bundesregierung, endlich ein tragfähiges Energiekonzept vorzulegen. „Unser Land braucht schon seit einigen Jahren ein verbindliches Energiekonzept mit verlässlichen Rahmenbedingungen für die investierenden Unternehmen“, sagt er. „Wenn völlige Unklarheit über die Geschäftsgrundlage herrscht, dann passiert erst einmal gar nichts.“ Und eine Blockade sei „das Letzte, was unsere Volkswirtschaft gebrauchen kann“.
(TN)

 
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